Freitag, 25. Dezember 2009

Zeit - M. Claudius

Matthias Claudius: Der Mensch

Empfangen und genähret
Vom Weibe wunderbar
Kömmt er und sieht und höret,
Und nimmt des Trugs nicht wahr;
Gelüstet und begehret,
Und bringt sein Tränlein dar;
Verachtet, und verehret;
Hat Freude, und Gefahr;
Glaubt, zweifelt, wähnt und lehret,
Hält nichts, und alles wahr;
Erbauet, und zerstöret;
Und quält sich immerdar;
Schläft, wachet, wächst, und zehret;
Trägt braun und graues Haar etc.
Und alles dieses währet,
Wenn's hoch kommt, achtzig Jahr.
Denn legt er sich zu seinen Vätern nieder,
Und er kömmt nimmer wieder.


Quelle: Claudius, Matthias, Asmus omnia sua secum portans

2 Kommentare:

Watzenböck hat gesagt…

http://www.youtube.com/watch?v=xeVJ-Gt-pWU&feature=PlayList&p=AD375FEB84201E15&index=18&playnext=2&playnext_from=PL

Watzenböck hat gesagt…

http://www.youtube.com/watch?v=76NIoX6jGRY